SOS-Kinderdorf: Umfrage zum Kinderglück

Von Die Redaktion | 13. Oktober 2020

Von einer gewaltfreien Umgebung bis zur individuellen Förderung – diese TOP 8 sind Hamburgern besonders wichtig.

Glückliche Kinder in Hamburg, Foto: SOS-Kinderdorf e. V./Jonathan Skudlik


Gesundheit, Sicherheit, Familienzeit – was brauchen kleine Jungs und Deerns, um in unserer Hansestadt glücklich aufzuwachsen? Eine Frage, die viele Eltern beschäftigt. Dem ist das SOS-Kinderdorf Hamburg genauer auf den Grund gegangen und gab dazu eine Umfrage bei Toluna und Faktenkontor in Auftrag*.

Die Ergebnisse überraschen: Anstelle von Gesundheit steht bei den Hamburgerinnen und Hamburgern mit 82 Prozent eine gewaltfreie Umgebung für das Aufwachsen von Kindern ganz hoch im Kurs, erst dann folgen Gesundheit (79 Prozent) und die Familienzeit (75 Prozent). Genügend passende Kindergärten und Schulen, Bewegung in der Natur sowie eine gesunde Ernährung teilen sich mit jeweils 65 Prozent den vierten Platz. Ein guter Freundeskreis landet hingegen auf Platz 5, sportliche Aktivitäten auf Platz 7. Aber auch Fördermaßnahmen für hilfsbedürftige Kids sowie die individuelle Förderung des Nachwuchses an Kindergärten und Schulen sind den Hansestädtern wichtig und haben es unter die TOP 8 geschafft.

Kinderglück in Hamburg: die TOP 8 der SOS-Kinderdorf-Umfrage im Überblick 

Wie Kinder in Hamburg glücklich aufwachsen: die drei besten Plätze

1. Platz: Eine gewaltfreie Umgebung als Basis für das Kinderglück

Für acht von zehn der befragten Hamburgerinnen und Hamburgern ist eine gewaltfreie Umgebung die Basis für das Glück von Kindern. Dazu gehört auch der Schulbesuch oder das Unterwegssein auf der Straße. Damit landet dieser Punkt auf Platz 1 des Kinderglück-Rankings. Torsten Rebbe, Leiter des SOS-Kinderdorf Hamburg, erklärt: „Natürlich wollen Eltern nicht, dass ihr Nachwuchs Zeuge ständiger Gewalt wird oder in einer Gegend aufwächst, wo sie ihn nicht alleine zur Schule gehen lassen können.“ Gedanken, die sich viele Hansestädter oft schon im Zuge der Familienplanung machen und dabei nicht selten einen Umzug in eine bessere Gegend in Erwägung ziehen. Der Wohnungsmarkt zeichnet dazu allerdings ein angespanntes Bild und Geringverdiener müssen oft Abstriche bei der Wohnungssuche machen. Das zeigen auch die Umfrageergebnisse. So erachten 88 Prozent der Menschen in eher gutsituierten Stadtteilen eine gewaltfreie Umgebung für das Kinderglück als wichtig. In Stadtteilen mit eher geringen finanziellen Mitteln sind es nur 78 Prozent.

Torsten Rebbe, Leiter des
SOS-Kinderdorf Hamburg

2. Platz: Gesundheit als A und O

Auf Platz 2 des Kinderglück-Rankings vom SOS-Kinderdorf Hamburg folgt die Gesundheit mit 79 Prozent. „Dabei wissen die meisten Eltern meiner Meinung nach ganz intuitiv, was die Gesundheit ihrer Kids stärkt oder schwächt“, sagt Rebbe. Um dafür jedoch offen zu sein, Signale der Kleinen zu verstehen und mit ihnen in einen liebevollen Austausch zu gehen, gilt für gewöhnlich: Nur glückliche Eltern sind gute Eltern. Faktoren, die dabei eine wesentliche Rolle spielen, sind vorwiegend: generelle Sicherheit und – wie jetzt während der Corona-Pandemie – die Jobsicherheit, aber auch der Wunsch nach genügend Familienzeit neben dem Beruf. Laut Rebbe sei zur Erfüllung dieser Wünsche jedoch auch die Gesellschaft gefragt: Sie müsse Eltern entlasten und Familien im Alltag und bei der Erziehung unterstützen. „Die gute Nachricht ist, dass Hamburg dafür viele Netzwerke, Initiativen und Hilfsangebote bietet. Wer Unterstützung sucht, kann und wird sie in unserer Hansestadt auch finden!“, so Rebbe.

3. Platz: Familienzeit muss sein

Familienzeit: drei Generationen auf dem Spielplatz, Foto: SOS-Kinderdorf e. V./Sebastian Pfuetze

Platz 3 im Ranking um das Kinderglück belegt mit 75 Prozent gemeinsam verbrachte Zeit mit der Familie. „Dabei ist nicht die Größe des Geldbeutels entscheidend, sondern viel mehr die Eltern, die das Glück ihrer Kinder am meisten fördern“, findet Rebbe. Angefangen beim gemeinsamen Essen über Spiel- oder Bastelzeiten bis hin zum abendlichen Ins-Bett-Bringen. Damit sind es eben doch die kleinen Dinge, die das Familienleben positiv gestalten. Anregungen, Ideen oder aktive Unterstützung bekommen Eltern dazu auch beim SOS-Kinderdorf Hamburg. Dasselbe gilt für Fragen rund um Erziehung oder Fördermöglichkeiten.

SOS-Kinderdorf: Wo Hamburger Eltern und Familien Unterstützung finden

Das SOS-Kinderdorf Hamburg setzt sich seit vielen Jahren mit verschiedenen Angeboten für die Familien und besonders für die Kinder in Hamburg ein. Vor über fünf Jahren eröffnete das Familienzentrum in Dulsberg seine Türen. „Hier möchten wir die Menschen zusammenbringen und vernetzen“, sagt Rebbe. Eltern und Kinder haben zudem die Möglichkeit, sich im Familiencafé „Krümel“ zu treffen. Während die Kleinen miteinander spielen, tauschen sich Mama und Papa beispielsweise über Erfahrungen aus oder geben sich Tipps rund um Erziehung oder kostengünstige Freizeitaktivitäten. Rebbe berichtet: „Durch den zwanglosen Austausch ist es ganz einfach und unkompliziert möglich, Beratung und Hilfe von anderen Eltern zu bekommen. Ein weiterer Schritt ist dann beispielsweise unsere Familienberatung, eine entwicklungspsychologische Beratung oder die ELTERN-AG.“ Auf diese Weise unterstützt das SOS-Kinderdorf auch bei Fragen rund um Fördermaßnahmen für hilfsbedürftige Kids sowie zur individuellen Förderung des Nachwuchses an Kindergärten und Schulen, die im Kinderglück-Ranking auf Platz 6 und Platz 8 landeten.

Ab Sommer 2021: Neues SOS-Kinderdorf an der Straßburger Straße

SOS-Kinderdörfer: Orte der Begegnung für Kinder und Eltern, Foto: SOS-Kinderdorf e. V./Sebastian Pfuetze

Auch in der Hansestadt gibt es immer noch Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können. Ihnen möchte das SOS-Kinderdorf Hamburg zukünftig ein Zuhause bieten – denn in Hamburg fehlen für sie noch oft die Plätze. Im sogenannten Hafen für Familien, der aktuell am Straßburger Platz gebaut wird, werden ab Sommer 2021 mehrere Kinderdorffamilien ein neues Zuhause finden. Neben Wohnungen wird es zudem ein neues SOS-Familienzentrum Dulsberg geben. Mit dabei: ein Familiencafé, ein Kinderkleiderladen sowie mehrere Kursräume. Geschaffen wird damit ein neuer Ort der Begegnung und Unterstützung.

Wer die Arbeit vom SOS-Kinderdorf Hamburg unterstützen möchte, kann unter folgender Bankverbindung spenden:

SOS-Kinderdorf Hamburg 
Hamburger Sparkasse 
IBAN: DE87 2005 0550 1233 1207 63 
BIC: HASPDEHHXXX 

 *Online-Panel mit 300 Befragten, Februar 2020.